Wirbelbrüche an der Brust- und Lendenwirbelsäule - Informationen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten

Welche Symptome ruft der Bruch eines Brust- oder Lendenwirbels hervor?

Verletzungen der Brust- und Lendenwirbelsäule machen ca. 85% aller Wirbelsäulenverletzungen aus. Am häufigsten ist der Übergangsbereich zwischen der relativ starren Brust- und der relativ flexiblen Lendenwirbelsäule betroffen. Ursache von Brüchen der Brust- und Lendenwirbelsäule sind meist Verkehrsunfälle oder Stürze aus großer Höhe. Glücklicherweise sind Verletzungen des Rückenmarks durch Brust- und Lendenwirbelbrüche selten. Treten sie dennoch auf, so können Taubheit und Lähmungen der Beine, aber nicht der Arme die Folge sein.

Wie wird der Bruch eines Brust- oder Lendenwirbels diagnostiziert?

Neben einer sorgfältigen körperlichen Untersuchung ist die Grundlage der Diagnostik immer eine Computertomographie der Brust- und Lendenwirbelsäule, um die Verletzung des Wirbels genau beschreiben und klassifizieren zu können. Hat der Wirbelsäulenspezialist den Verdacht, eines der Bänder an der Rückseite der Brust- und Lendenwirbelsäule könnte verletzt sein, so ist eine Kernspintomographie erforderlich, um diese Bandverletzung darzustellen.

Welche Brust- oder Lendenwirbelbrüche können konservativ behandelt werden?

Die meisten Wirbelbrüche an der Brust- und Lendenwirbelsäule entstehen durch ein Zusammendrücken des Wirbels („Kompression“). Glücklicherweise können gerade diese in der Regel konservativ behandelt werden. Eine Ausnahme sind die sogenannten „kompletten Berstungsbrüche“, bei denen der Wirbelkörper unter dem Druck vollständig und in alle Richtungen geborsten ist.

Die konservative Behandlung beinhaltet in der Regel die Mobilisation unter Beachtung eines rückenschonenden Verhaltens. Schmerzen werden symptomatisch durch entsprechend wirksame Medikamente bekämpft. Einige Brüche erfordern das Tragen eines festen Korsetts für sechs bis acht Wochen.

Welche Brust- oder Lendenwirbelbrüche müssen operiert werden?

Alle Brust- und Lendenwirbelbrüche die durch eine Distraktion oder eine Rotations-Scherbewegung entstanden sind, müssen operativ stabilisiert werden, da in der Regel neben dem Wirbelkörper auch die Knochen und Bänder des hinteren Wirbelsäulenabschnitts mit verletzt sind. Dadurch wird der Bruch instabil und kann durch eine Verschiebung der Knochen zu einer Verletzung des Rückenmarkes und der Nervenwurzeln führen. Gleiches gilt für Kompressionsbrüche, die zu einer vollständigen Zerberstung des Wirbelkörpers geführt haben.

Alle Wirbelsäulenverletzungen die durch Beeinträchtigung von Rückenmark oder einzelner Nervenwurzeln zu neurologischen Ausfällen geführt haben, müssen schnellstmöglich, zumindest aber innerhalb der nächsten 24 Stunden operativ stabilisiert werden.

Wie erfolgt die operative Stabilisierung eines Brust- oder Lendenwirbelbruches?

Wirbelkörperersatz-lumbalDie Ziele der operativen Stabilisierung von Brüchen der Brust- und Lendenwirbelsäule lauten: a) Beseitigung von Knochenfragmenten, welche auf Rückenmark oder Nerven drücken, b) Wiederherstellung der normalen Form der Wirbelsäule, c) dauerhafte Stabilisierung des Bruches.

Diese Ziele werden an der Brust- und Lendenwirbelsäule zumeist durch eine Operation vom Rücken her erreicht. In die gesunden Wirbel oberhalb und unterhalb des gebrochenen Wirbels werden Schrauben eingesetzt. Drückt ein Knochenfragment von vorne auf das Rückenmark, so wird der Wirbelbogen entfernt und dem Rückenmark so mehr Platz verschafft.

Die Schrauben werden über Stäbe miteinander verbunden. Über dieses Schrauben-Stab-System wird der Bruch wieder aufgerichtet und gehalten. Instabile Wirbelbrüche erfordern nach ca. 4 – 6 Wochen noch eine zweite Operation von vorne, dabei wird der gebrochene Wirbel gegen seine gesunden Nachbarwirbel abgestützt. (Röntgenbild: !Lumb. WK-Ersatz ap.)

Nach der operativen Stabilisierung eines Brust- oder Lendenwirbelbruches kann der Patient bereits am ersten Tag nach der Operation aus dem Bett aufstehen. Dies geschieht noch in Begleitung der Krankengymnasten. Der Patient erlernt Techniken, die es ihm ermöglichen, sich in den ersten Wochen nach der Operation rückenschonend zu bewegen. Sitzen ist sofort möglich. Schritt für Schritt erlangt der Patient seine alte Mobilität und Selbstständigkeit zurück. Nach ca. 7 - 10 Tagen kann der Patient aus der Klinik entlassen werden. Für den Zeitraum von sechs Wochen wird der Patient weiter ambulant stabilisierende Krankengymnastik durchführen, um seine Rumpfmuskulatur zu kräftigen. Sportverbot herrscht für sechs Monate, Schwimmen und Radfahren sind allerdings schon nach drei Monaten wieder erlaubt. Eine Rückkehr an den Arbeitsplatz ist – je nach Tätigkeit – nach sechs bis 12 Wochen zu erwarten.


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