Sex trotz Rückenschmerzen

433939 original R by Tom Kleiner pixelio de kleinWas machen, wenn der Rücken bei jeder Bewegung schmerzt und Sex zur Qual wird? Statt auf das intime Vergnügen zu verzichten, haben kanadische Forscher jetzt einen Katalog mit empfehlenswerten Stellungen beim Geschlechtsverkehr zusammengestellt. Dazu untersuchten die Wissenschaftler detailliert die Bewegungsabläufe männlicher Probanden während des Akts.

Natalie Sidorkewicz, Stuart M. McGill: Male Spine Motion During Coitus – Implications for the Low Back Pain Patient. Spine 2014 Sep 15;39(20)

 Rückenschmerzen wirken sich verheerend auf das Liebesleben vieler Paare aus. Umfragen zufolge haben 84 Prozent der rückengeplagten Männer und 73 Prozent der Frauen weniger Geschlechtsverkehr. Um der Liebesflaute im Bett Abhilfe zu schaffen, haben die Biomechaniker Natalie Sidorkewicz und Stuart McGill von der kanadischen Universität Waterloo zehn Paare während des Geschlechtsaktes in fünf verschiedenen Stellungen gefilmt und anschließend ihre Haltung exakt vermessen. 

"Doggy-Style" statt "Löffelchen"

Während sich der ärztliche Ratschlag für Rückengeplagte bislang auf die „Löffelchenstellung“ , bei der beide Partner auf der Seite liegen, beschränkte, geben die Ergebnisse der kanadischen Forscher wesentlich detailliertere Auskunft. „Zum ersten Mal können wir dokumentieren, wie unterschiedliche Positionen beim Sex die Gewebe belasten“, sagt McGill. So sind Männer mit Rückenschmerzen, die vor allem im Sitzen oder bei der Vorbeuge auftreten, wesentlich besser mit der Hündchenstellung („Doggy Style“), bei der sich der Mann hinter seiner Partnerin befindet, beraten. Der Vorteil: In dieser Position kommen die Stoßbewegungen aus der Hüfte während sich die untere Wirbelsäule kaum bewegt. Die „Missionars“- oder „Löffelchenstellung“ wird dagegen Männern empfohlen, die Schmerzen beim Dehnen oder Wölben des Rückens haben.

Die Studie enthüllte ebenfalls, dass Patienten mit Rückenbeschwerden besonders starke Schmerzen vor allem im Moment des Höhepunktes erleiden, was mitunter dazu führe, dass sie versuchen den Orgasmus zu vermeiden. Wie solchen Männern geholfen werden kann, werde derzeit in weiteren Studien erforscht, so die Wissenschaftler.